Führung im Client Service: Wenn Loslassen zur Stärke wird

New Leadership zeigt sich im Alltag. Im Client Service des Hermes Einrichtungs Service (HES) bedeutet das: klare Strukturen statt enger Kontrolle, Eigenverantwortung statt Ansagen von oben, eine offene Gesprächskultur, in der Probleme direkt auf den Tisch kommen. Als Team Lead Client Service Group beschreibt Janis Busekrus, wie dieser Ansatz im operativen Tagesgeschäft funktioniert und warum Loslassen eine der schwierigsten, aber wirksamsten Führungskompetenzen ist.

Wie sieht dein Führungsstil aus, und worin unterscheidet er sich von klassischen Strukturen?


Janis Busekrus:
Mein Führungsstil als Team Lead Client Service Group basiert auf den Prinzipien des New Leadership, wobei mir Klarheit, Vertrauen und offene Kommunikation besonders wichtig sind. Im Gegensatz zu klassischen, hierarchischen Strukturen, in denen Arbeitsanweisungen ausschließlich von oben kommen, setzen wir auf klare Strukturen innerhalb des Teams, die durch offene Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen getragen werden.

Klarheit bedeutet dabei: Trotz des New-Leadership-Ansatzes lege ich großen Wert auf klare Arbeitsanweisungen und Zuständigkeiten. Im Client Service ist es essenziell, dass jeder genau weiß, was zu tun ist und welchen Verantwortungsbereich er hat. Dies schaffen wir durch transparente Prozesse und regelmäßige Absprachen.

Vertrauen heißt für mich: Ich verzichte auf übermäßige Kontrolle und fördere stattdessen Eigenverantwortung und Entscheidungsfreude. Ich bin überzeugt, dass motivierte und selbstständig arbeitende Mitarbeitende die besten Ergebnisse erzielen. Und offene Kommunikation ist die Voraussetzung dafür, dass das funktioniert. Herausforderungen oder Probleme werden direkt angesprochen, nicht unter den Teppich gekehrt. Nur so können wir gemeinsam Lösungen finden und uns stetig verbessern. Dieses Führungsverständnis spiegelt wider, was beim HES seit 2023 systematisch verankert ist: Vertrauen ersetzt Kontrolle, Verantwortung wird bewusst dorthin verlagert, wo die fachliche Nähe liegt.

Wie zeigt sich das konkret im Alltag?


Janis Busekrus:
Klare Strukturen und Verantwortlichkeiten sind die Grundlage für selbstständiges Arbeiten. Da alle Teammitglieder ihre Aufgabenbereiche genau kennen, ist keine übermäßige Kontrolle notwendig. Ich ermutige sie dazu, ihre Bereiche aktiv weiterzuentwickeln und neue Ideen einzubringen. Wenn jemand zum Beispiel Verbesserungspotenzial in einem bestehenden Workflow erkennt, unterstütze ich dabei, diesen zu optimieren und umzusetzen. Der Unterschied zu klassischer Führung liegt damit weniger in den Zielen als im Weg dorthin: nicht Vorgabe, sondern Ermöglichung.

Inwiefern profitieren dein Team, das Unternehmen und auch eure Kund*innen von dieser Art der Führung? Welche konkreten Ergebnisse oder Veränderungen wurden dadurch erzielt?

Janis Busekrus: Ein konkretes Beispiel ist die Einführung unseres neuen Ticketsystems. Im Zuge dessen haben wir nicht nur Workflows optimiert, sondern auch viele manuelle Aufgaben automatisiert. Dadurch werden Kapazitäten im Team frei, die wir für andere wichtige Aufgaben nutzen können.

Besonders hervorzuheben ist die hohe Veränderungsbereitschaft und Offenheit des Teams gegenüber neuen Aufgaben. Die freigewordenen Kapazitäten werden als Chance gesehen, sich weiterzuentwickeln und neue Kompetenzen zu erwerben. Das wirkt sich direkt auf unsere Kund*innen aus: Wir können schneller und flexibler auf ihre Anliegen reagieren. Insgesamt führt unser Führungsansatz zu einer höheren Zufriedenheit – sowohl bei den Mitarbeitenden als auch bei den Kund*innen.

Welche Herausforderungen bringt der Führungsansatz mit sich, und wie gehst du damit um?


Janis Busekrus:
Eine der größten Herausforderungen ist, dass man als Führungskraft loslassen und delegieren können muss. Das erfordert Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeitenden und die Akzeptanz, dass man nicht alles wissen kann. Tatsächlich sind meine Mitarbeitenden in ihren jeweiligen Bereichen oft Fachexperten mit einem tiefergehenden Wissen als ich selbst. Das anzuerkennen ist keine Schwäche: Es ist die Voraussetzung für gute Führung. New Leadership bedeutet eben nicht, keine Haltung zu haben. Es bedeutet, die eigene Haltung bewusst zugunsten des Teams einzusetzen.

Wie misst oder erkennst du den Erfolg deines Führungsstils bzw. -modells?


Janis Busekrus
: An zwei Dingen gleichermaßen: dem Feedback der Auftraggeber und dem Feedback der Mitarbeitenden. Die Zufriedenheit der Auftraggeber zeigt, ob wir ihre Erwartungen erfüllen und Mehrwert liefern. Das Feedback der Mitarbeitenden zeigt, ob sie sich wertgeschätzt und unterstützt fühlen und ihre Aufgaben motiviert und eigenverantwortlich ausführen können. Dafür führe ich regelmäßig Einzelgespräche, um ein offenes Ohr für ihre Anliegen zu haben und kontinuierlich an der Verbesserung unseres Arbeitsumfelds zu arbeiten.

Ausblick: Wie entwickelt sich Führung in deinem/eurem Bereich weiter?


Janis Busekrus:
Ich sehe Führung als einen kontinuierlichen Lernprozess und bin stets offen für neue Ansätze. Was heute funktioniert, muss morgen nicht mehr das Richtige sein. Ich bleibe offen für Feedback aus dem Team, für neue Impulse, für Experimente. Führung, die das ermöglicht, schafft nicht nur bessere Ergebnisse. Sie schafft ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen wirklich ankommen können – und das ist letztlich das Ziel des New-Leadership-Ansatzes beim HES.